In der Psychiatrie – „Die gehört ja nach Steinhof!“

Wien, 10.11.2020

Unglaublich, aber Realität! Tatsächlich auch schon neunzehn Jahre her. Der Blick in die Vergangenheit zeigt sich von seiner absonderlichen Seite. Dort wo vieles begann, oder auch endete. Damals wusste man es nicht so genau, ob es ein Anfang oder ein Ende von dem Stück Leben war oder ist. Oft fühlt es sich völlig anders an, als es schlussendlich in der Zukunft tut. Weiterlesen

Vor Angst in die Hose brunzen

 

 

Wien, 03.11.2020

Wie so viele andere Menschen habe auch ich diesen Montag die vorerst letzte Möglichkeit genutzt, in einem Lokal einen guten Wiener Kaffee zu genießen. Bei der Abfahrt von zu Hause hat es noch stark geregnet. Ob wir wohl im freien sitzen können, fragte ich mich in der U-Bahn in Richtung Innenstadt. Aber der Wetterbericht hat angenehme Temperaturen für den Schanigarten vorhergesagt, also war ich zuversichtlich.

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Ein Tag eines verprügelten Kindes

Wien, 14.02.2019

Es gibt Tage, wo ich jeden einzelnen Schlag spüre. Jeden der Tritte, Ohrfeigen und brutalen Übergriffe in den ersten achtzehn Jahren meines Lebens. Sie bleiben, ein Leben lang. Egal welche Art der Verarbeitung, Verdrängung, Vergessens oder Therapie auch immer dazu angewandt wird. Sie bleiben. Die unerträglichen Schmerzen. Die Angst. Weiterlesen

Die Auktion

100 Jahre später

Wir schreiben Samstag, 25.März 2062, Wien Dorotheergasse 17
Ein lauer Frühlingsnachmittag.
Vor dem Eingang des Dorotheums warten bereits einige elegant gekleidete Personen. Runde Stehtischchen mit blauen Seidentüchern umhüllt, flankieren den roten Teppich. Das Portal ist mit dutzenden weißen Lilien geschmückt. Das Eisentor wird von zwei Pagen im roten Livree bewacht. Im Knopfloch ihrer perfekt sitzenden Uniform steckt eine kleine blaue Katze. Immer mehr Menschen strömen herbei. An den Tischen wird Schaumwein zur Begrüßung ausgeschenkt. Die Leute prosten sich fröhlich zu. Weiterlesen

Hieronapsen

Kunst ist Leben. Leben ist Kunst (6)

Als Kleinkind lernen wir trinken, essen, sprechen und gehen. Diese funktionalen Tätigkeiten werden uns meist durch unsere Eltern beigebracht. Wir üben und beobachten die großwüchsigen Menschen dabei, wie sie es tun. Besonders das Laufen finden wir spannend, weil wir dadurch eine bessere Sicht auf die Dinge in unserer Umgebung haben. Weiterlesen

Kunst ist Leben. Leben ist Kunst (3)

In der Zeit von 21.06. – 03.08.2012 war ich im wunderschönen Gars/Kamp zur Reha.
Nach meinem totalen Zusammenbruch von Körper und Seele war das dringend erforderlich.
Die Anreise war für mich schon eine enorme Herausforderung. Ich hatte meinen „Zwingo“ vollgepackt bis zum Anschlag. Obwohl ich mir über www einen Routenplan ausgedruckt hatte, habe ich mich kurz vorm Ziel ziemlich arg verfahren. Die Fahrt dauerte doppelt so lange, als geplant. Daher kam ich natürlich viel zu spät an und war dementsprechend erschöpft. Gleich beim Empfang wurde ich schon zum ersten Termin geschickt. Am liebsten wäre ich wieder in mein Auto gestiegen und Heim gefahren. Weiterlesen