Heiliger Abend im Swingerclub

Wien, 25.12.2020

XMas2020

Weihnachten, das Fest der Liebe, wie es auch genannt wird. Dieses, wie auch vergangenes Jahr zelebriere ich jenen Heiligen Abend alleine zu Hause vor dem Fernseher. Beaufsichtige zwei Kater und bereite mir ein delikates Mahl zu. Ein kleines Glas Wein gönne ich mir ebenso. Der lebendige Christbaum wird minimal geschmückt, die Kerzen nicht angezündet, da der Gastkater ziemlich neugierig um die kleine Fichte im Topf schleicht. Weiterlesen

Keiner mag mich mehr!

 

Wien, 11.12.2020

Dreizehn Tage, und dann ist es soweit. Hochdekorierte Christbäume werden die kuscheligen Zimmer vieler Menschen hell erleuchten. Darunter liegen kunstvoll drapiert, liebevoll eingepackte Geschenke. Fröhlich singende Menschen umrahmen die weihnachtliche Szenerie. Weiterlesen

Der Ring aus dem Pfandhaus

 

 

Wien, 20.11.2020

Ursprünglich wäre heute mein 39. Hochzeitstag gewesen. Nun, es kam alles anders, als es damals gedacht war. In der Rückschau betrachtet, ist es gut, dass mein Weg ein anderer war. Ich bin zwar nicht mit allem einverstanden was mir begegnet ist, welche Steine und Hürden da so herum lagen, dennoch bin ich mit der Entscheidung zur Scheidung vollkommen zufrieden.

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Bitte borg mir Deine Eltern!

Das Flimmern des Fernsehers warf den Schatten der beiden Personen auf dem Sofa geheimnisvoll an die Wand. Durch das Fenster konnte man diese aneinander liegenden Köpfe nicht genau ausmachen, aber sie wirkten friedlich. Zwei Menschen, die wie so viele andere auch des Abends bewegte Bilder im TV verfolgten. Eine familiäre Szenerie, welche man wunderbar auf ein großes Gemälde pinseln könnte, gäbe es noch Maler die eine Alltagssituation wie diese auf eine Leinwand verewigen wollen. So gab es auf den ersten Blick keinen besonderen Grund warum man genauer hinschauen sollte. Nicht auf das was da im Fernsehen lief, nein auf die Zwei auf der Couch.

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Ich gehe mit Dir durch die Hölle

Wien, 28.04.2020

In Zeiten von, jetzt in dieser schweren Zeit, gerade in dieser Zeit, und mit vielen ähnlichen Formulierungen beginnen seit etlichen Wochen die Meldungen in sämtlichen Medien. Ein kleines Kind schrie heute durch seine obligatorische Mundschutzmaske bei der Kassa im Supermarkt: „Corona, Corona, Corona…überall nur noch Corona!“ Ja, mittlerweile unerträglich. Man kann es schon nicht mehr hören, auch wenn es nun mal eine ernstzunehmende Situation ist.

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Me-Juni 1978

Korrespondenz mit Susi (16 Jahre im Jahre 1978) – eine Zeitreise ins BewusstSein.

Wien, 26.04.2020

Die gedanklichen Reisen in meine Vergangenheit werden mannigfaltig angestoßen. Es bilden sich Brücken zwischen dem Gewesenen und der Gegenwart. Diese mentalen Verbindungen dienen mir Großteils zum Verstehen unterschiedlichster Gegebenheiten oder auch zur besseren Akzeptanz meines Denkens und Handelns. Ob es tatsächlich immer notwendig ist derartige, manchmal anstrengende Abenteuer in meine jüngere Biografie zu wagen, sei dahingestellt. Aber manchmal passiert es ganz einfach, ausgelöst durch ein Ereignis.

So wie gestern Morgen, durch einen Anruf meines Bruders. Er teilte mir mit, dass unser Vater gestorben ist. Er war 78 Jahre alt. Was diese Nachricht mit mir noch macht, das kann ich noch nicht verifizieren. Das Telefonat, sowie Fotos, welche ich von meinem Bruder erhalten habe, rüttelten wieder einige Erinnerungen wach. 

Es waren erfreulicher Weise sogar einige bunte, angenehme Momente dabei, obwohl die ersten 16 Jahre meines Daseins doch vorwiegend schwarz geprägt waren. Weiterlesen

Schockverliebt – Cose della Vita

Samstagnacht. Das vorausgewählte Programm läuft im TV. Um nicht nach jedem Film oder nach jeder Serie zur Fernbedienung greifen zu müssen, setze ich Erinnerungen im dafür vorgesehenen Menü. So ist der Fernseher beinahe durchgehend täglich in Betrieb. Meist als Zweitmedium so nebenbei. Selten konzentriere ich mich auf Bild und Ton gleichzeitig. Mag sein, dass mir die akustische Berieselung ein wenig Gesellschaft in meine Alleingkeit vermittelt. Am Wochenende bevorzuge ich vorwiegend Unterhaltsames. Die klassische Samstagabendshow gibt es ja so gut wie nicht mehr. Aber auf so manchen Kanälen werden derart kurzweilige launige Sendungen spät nachts wiederholt.
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Bewahren und Erhalten

Wien, 10.03.2019

Spätestens seitdem einmal wöchentlich die Heimhilfe zu mir kommt, trenne ich mich kontinuierlich von Dingen in meiner Wohnung. Allzu viel hat sich im Laufe der Zeit angesammelt. Unabhängig davon, benötige ich Platz für meine Bilder. Einige hängen zwar an den Wänden, aber selbst wenn ich sie in der gesamten Wohnung nahtlos aneinanderreihen würde,  blieben jede Menge davon über. So stehen die Leinwände aneinander gereiht in meinem privaten Depot, sprich dem ehemaligen Kinderzimmer. Weiterlesen

Eine Lilie für meinen Fels

Wien, 02.03.2019

Ich weiß nicht, wie oft ich mir schon in den neun Jahren, seitdem Du gestorben bist, gewünscht habe, Du wärst noch da. Könnte Dich einfach anrufen. Stundenlang mit Dir diskutieren. Über Gott und die Welt philosophieren. Viel zu viel Kaffee in einer Nacht trinken, und noch mehr Zigaretten gemeinsam rauchen, bis wir am frühen Morgen endlich die Fenster zum lüften öffnen. Eine CD nach der anderen in den Player legen, dazwischen mit einem guten Glas Wein oder anderen hochprozentigen anstoßen. Einfach Zeit miteinander verbringen. Füreinander Dasein. Einander zuhören. Du warst ein Kleinod im XXXXXL-Format.  Weiterlesen