BuchstabenNutte

Wien, 18.12.2020
Es ist weit über Mitternacht. Meine Zeit um aktiv zu sein. Tagsüber gibt es ohnehin nicht viel zu tun. Zumal das Rausgehen ohnehin dieser, vieler weiterer und vergangener Tage nicht empfohlen wird. Kontaktbeschränkung. Dazu brauche ich ohnehin keinerlei verordnete Anregung. Völlig konträr zu dem was ich eigentlich benötige, um meine Gesundung voran zu treiben.

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Vogel der Nacht

Mein Eindruck der letzten Jahre, Monate, Wochen, Stunden…sie vergehen viel zu schnell. Manchmal möchte ich die Zeit anhalten oder den Tag um etliche Stunden verlängern. Nicht um noch mehr zu tun, als ich eh schon mache. Nein, dazu reicht nicht einmal mehr die Zeit, die ich voraussichtlich noch zu leben habe. Die zusätzlichen Stunden wären für die Nacht gedacht. Das ist meine Zeit. Da lebe ich.

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Sehnsucht nach dem Meer

 

 

 

 

 

 

Wien, 27.11.2020

Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

Reisen, irgendwo hin aufbrechen. Weg aus dem gewohnten Umfeld. Die Neugierde stillen, im Anderswo. Fremdes ansehen und die Neuentdeckungen als Souvenir mitnehmen. Viel mehr als angenehme Gedanken an vergangene Tage samt unzähliger Fotos. Wie lange bleibt das Urlaubsfeeling konserviert, bis man einem der nächste Gusto ereilt?

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Stand by me

Wien, 13.11.2020

Es gibt nicht wirklich einen bestimmten Anlass, weshalb ich gerade heute diesen musikalischen Beitrag hier zum lesen und hören bereitstelle. Mag ja sein, dass mich der Titel im Augenblick besonders anspricht. Weiterlesen

Kommen und Gehen

Wien, 30.10.2020
Im Jetzt scheint die Vergangenheit schneller in Kraft zu treten als je zuvor. Innerhalb von Sekunden ist Gegenwärtiges schon wieder in Vergessenheit geraten. In dem Moment wo ein Trend erscheint, ist er auch schon wieder out. Die Zeit lässt sich weder aufhalten noch zurückdrehen.

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Nivea-Ballon

Das Gänsehäufel – Die paradiesische Insel in der Stadt

Wien, 29.04.2020

Heute wurde in einer der unzähligen Pressekonferenzen der letzten Wochen verkündet, dass die Bäder Ende Mai wieder geöffnet werden. Üblicherweise werden die Tore für den fröhlichen Badespaß am 1. Mai aufgesperrt. Aber in diesem Jahr ist ohnehin alles durcheinander gewürfelt.
Es wäre für meinen Körper, wie auch für meine Seele sicherlich zuträglich, wenn ich viel mehr Zeit in freier Natur verbringen würde. Da könnte ein Tag im Gänsehäufel sicherlich äußerst erholsam sein. Keine Ahnung, ob ich es mit all den vorgesehen Einschränkungen auch so empfinden würde. Oder würde ich es gerade dort gar nicht so mitbekommen, da ja ausreichend Platz vorhanden ist?

Mal sehen, was die Zukunft noch so parat hat. Hier auf dieser paradiesischen Insel in Wien und den Rest der Welt.
Krank zu sein, schränkt ein. Die Barriere für unendlich viele Bereiche in unserem Leben ist nun eine Krankheit, die uns eingrenzt.

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Ich gehe mit Dir durch die Hölle

Wien, 28.04.2020

In Zeiten von, jetzt in dieser schweren Zeit, gerade in dieser Zeit, und mit vielen ähnlichen Formulierungen beginnen seit etlichen Wochen die Meldungen in sämtlichen Medien. Ein kleines Kind schrie heute durch seine obligatorische Mundschutzmaske bei der Kassa im Supermarkt: „Corona, Corona, Corona…überall nur noch Corona!“ Ja, mittlerweile unerträglich. Man kann es schon nicht mehr hören, auch wenn es nun mal eine ernstzunehmende Situation ist.

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Ein Sonnenstrahl

Der Winter in unseren Breitengraden dauert verdammt lange.
Wenn ich mein Leben in die 4 Jahreszeiten umlegen würde, welche Kleidung müsste ich wählen?
Rein körperlich betrachtet, derzeit tiefster Winter. Die Seele schwankt zwischen Winter und Frühling. Heute eisig kalt, kaum Licht am Tage und ewig andauernde dunkle schlaflose Nächte. Das Morgen wieder leicht angetrieben von der Sehnsucht, kriechen frühlingshafte Gefühle in mir hoch. Sie kitzeln mich, wie das Fell meiner Katern. Lästig und dennoch wohlwollend berühren sie meine Haut und meine sensible Seite in mir. Manchmal ertrage ich diese Nähe nicht. Doch dann wünschte ich mir nichts sehnlicher als eine einzige warme Berührung. Nur ein Hauch, nur so viel, dass ich mich wieder spüre.
In einem schwarzen Loch, ganz unten in der Tiefe hocke ich. Greife nach oben. Werfe kleine Steinchen empor. „Hallo Sonne, wo bist Du?“, rufe ich. Winke und schicke zögernd Signale nach oben.
Der Winter hat auch behagliche Seiten. Die Decke unter die ich krieche. Die Zeit für mich und meine Gedanken. Die Augenblicke um Ruhe zu finden. Das Tempo zu reduzieren. Energie tanken. Weiterlesen

Augarten

Wien, 07.04.2020

Schon seltsam, dass einer der Orte meiner Kindheit plötzlich zum Thema politischer Debatten inmitten einer weltweiten Krise wird. Oder sind es einfach nur die Erinnerungen, die ich damit verknüpfe? Ein grüner Zufluchtsort, ein riesiger Park für mich allein samt Schwimmbad und geheimnisvollen Türmen, die mir zur Orientierung dienten. An vielen sonnigen Tagen durchstreifte ich diese grüne Stadtinsel. Sobald ich durch das Eisentor ging, betrat ich das Areal ohne Gefahren. Sorgenfrei – ohne Angst konnte ich wenige Stunden friedlich verbringen.
„Allen Menschen gewidmeter Erlustigungs-Ort von Ihrem Schaetzer“ kann man heute noch auf einer Tafel beim Hauptportal lesen. Vor 245 Jahren, am 30.April machte Kaiser Josef II. den Augarten der Allgemeinheit zugänglich.
Mögen die Tore dieser grünen Oase in der Stadt bald wieder weit offen sein. Für alle Menschen, die einen Ort zum Durchatmen, Aufatmen  und sorgenfreie Stunden suchen.im Augarten260513

Der Augarten ist ein 52,2 Hektar großer, öffentlicher Park mit der ältesten barocken Gartenanlage Wiens und befindet sich in der Leopoldstadt, dem zweiten Wiener Gemeindebezirk. (Quelle:Wikipedia) Weiterlesen