Letzte Worte

Wien, 03.März 2019

Laut diverser Statistiken sterben durchschnittlich zwei bis drei Menschen pro Sekunde weltweit. 

Quellen findet Ihr z.B. hier:  

Worldometer

Life-Counter

Countrymeters

Diese virtuellen Zählmaschinen machen einem vielleicht bewusst, wie vergänglich wir alle sind. 

Seit vielen Jahren zelebriere ich täglich diverse Geburtstage von bekannten Persönlichkeiten auf Facebook und Twitter, vorwiegend die von Künstlern. Auch die derjenigen, die schon längst verstorben sind. Sobald eine Todesmeldung durch die Medien geht, sprießen unterschiedliche Nachrufe wie Blumen im Frühling, aus jedem Winkel der Welt. Es kommt auf den Bekanntheitsgrad der jeweiligen Person an, wie viel dann kommuniziert wird. Viele der Verstorbenen kommen nie wirklich zur Ruhe, da immer wieder neue Berichte oder Gerüchte verbreitet werden. Diese Nachrufe sind zu Beginn meist voller Lob und Ehrerbietung, aber bald schleichen sich auch die negativen und unangenehmen Seiten des Verstorbenen ein.  Was wirklich der Wahrheit entspricht, weiß wohl oft nur der Tote selbst. Auch ich bin nicht davor gefeit, meine persönlichen Ansichten und Meinungen zu interpretieren. Wahrscheinlich relativiert sich das Bild auf einen Menschen, der nicht mehr unter den Lebenden weilt. Man soll ja bekanntlich nichts Böses über Tote reden. Dies sollte jedoch ebenso für Lebende gelten, denke ich. 

Was von jeden Einzelnen bleibt, sind oft lediglich diverse Zitate, Schlagzeilen oder auch die berühmten Letzten Worte. Ein Leben, reduziert auf ein paar Zeilen. Heutzutage innerhalb von Sekunden millionenfach im Internet verbreitet, bis sich eine virtuelle Wahrheit manifestiert.

Ich liebe es zu recherchieren, Informationen zu sammeln, mein Wissen zu erweitern und um mir meine Ansichten so wahrheitsgetreu wie möglich zu untermauern. Es ist zeitaufwändig, jedoch äußerst spannend. Spannend wie das Leben an sich. Meines und das der vielen Toten, die hoffentlich mehr als nur paar Worte oder Gerüchte hinterlassen. 

Vielleicht dienen ja meine Geschichten, nach meinem Ableben als persönlicher Nachruf. Das wäre mir sehr angenehm, weil es meine ganz eigenen Worte und Gedanken sind. 

Wer kennt Dich besser,
als Du!
©Bluesanne (15.01.2019)

Ich möchte nicht Die sein, welche Du scheinbar siehst
Ich möchte nicht Die sein, welche Du gerne hättest
Ich möchte nicht Die sein, welche ich im Spiegel sehe
Ich möchte nicht Die sein, welche ich auf einem Foto sehe
Ich will Die sein, die ich innen drinnen bin!
©Bluesanne (08.März.2013)

Überlegungen, was unter anderem mit einigen meiner Habseligkeiten geschieht, habe ich mir auch schon gemacht. Beispielsweise die unzähligen Bilder:

Die Auktion



 

Zwei Lebensereignisse sind uns Menschen gewiss: Die Geburt und der Tod. Dazwischen liegt das Leben.
Während dieser Zeit dient die Sprache vorwiegend als Verständigungsmittel untereinander, miteinander. Worte austauschen, reden, sprechen, plaudern, erzählen, unterhalten, plappern, mitteilen; etwas sagen. Die ersten verständlichen Worte des Nachwuchses bleiben für Eltern oft unvergessen. Egal, ob da ein jungfräuliches „Mama“ oder „Papa“ aus dem süßen kleinen Mund erklingt.

Aber wie ist das mit den letzten Worten eines Menschen? Welche Bedeutung haben sie für Angehörige? Oder gar den Rest der Welt. Bleiben diese ebenso in Erinnerung? Eine Unzahl an finaler Sager finden sich in der Geschichte. Berühmte weise Worte. Jetzt habe ich mich gefragt: Sind das tatsächlich die Worte vor dem allerletzten Atemzug? Saß da jedes Mal jemand am Totenbett und hat diese aufgeschrieben? Wie kommt es zu der Vielzahl an überlieferten Zitaten?

Seit Jahrtausenden werden die letzten Worte, welche der Mensch im Angesicht seines Todes hinterlässt von verschiedenen Völkern als wertvolles Gut angesehen. Kluge Worte, welche das Wesentliche eines Menschen ausmachten.

Als Letzte Worte

gelten:

1. Vor dem natürlichen Tod: Weil sich der Tod meist längere Zeit ankündigt, können die letzten Worte wohldurchdacht sein. Auch eher zufällige letzte Worte sind möglich.

2. Vor dem plötzlichen Tod: Tritt das Ende sehr plötzlich ein, bleibt keine Zeit zu ausgefeilten Monologen. Bei Mord oder Herzinfarkt kann man oft nur zufällige letzte Worte beobachten.

3. Vor der Hinrichtung: Stehen Verurteilte vor dem Galgen, der Guillotine oder dem Erschießungskommando, kann man mit gut überlegten letzten Worten rechnen. Dies kann die Beteuerung der Unschuld, eine Bekräftigung der eigenen Auffassung, Galgenhumor oder auch ein Fluch, Drohung oder Warnung an die Richtenden sein.

 

 

Im weiteren Sinne versteht man auch Folgendes unter letzten Worten:

1. Abschiedsbriefe: Zum Suizid wird häufig ein Abschiedsbrief hinterlassen, in dem auch Motive geschildert sein können.
2. Letzte überlieferte Worte: Sind keine letzten Worte im engeren Sinne bekannt, werden mitunter andere Überbleibsel zitiert, zum Beispiel die letzte Eintragung im Tagebuch, letzte Briefe von Soldaten nach Hause oder von Widerstandskämpfern aus dem Gefängnis letzte Aufzeichnungen von Forschungsreisenden , Grabinschriften oder Testamente („letzter Wille“)

Von eigener Hand schriftlich fixierte Worte haben den Vorteil, dass sie verifizierbar sind. Man muss nur das Schriftstück prüfen und beweisen, dass es authentisch und das letzte ist. Bei mündlich überlieferten letzten Worten ist dagegen schwerer zu entscheiden, ob die Überlieferung zuverlässig ist.

 

Eine besonders schöne Tradition pflegen die Menschen in Japan. Sterbende schreiben selbst verfasste Todesgedichte.
Der große Haiku-Dichter Basho verließ 1694 diese Welt mit den Worten:

Auf einer Reise, krank:
Meine Träume irren
über vertrocknete Felder.

Jesus Christus: „Es ist vollbracht.“
Immanuel Kant: „Es ist gut.“
James Joyce: „Versteht es niemand?“
Charles Foster Kane: „Rosebud.“
Gustav Mahler: „Mozart!
Friedrich Schiller: „ Immer besser, immer heiterer.“

 

„Ein Mann, der etwas auf sich hält, sollte seine letzten Worte beizeiten auf einen Zettel schreiben und dazu die Meinung seiner Freunde einholen. Er sollte sich damit keinesfalls erst in seiner letzten Stunde befassen und darauf vertrauen, dass eine geistvolle Eingebung ihn just dann in die Lage versetzt, etwas Brillantes von sich zu geben und mit Größe in die Ewigkeit einzugehen.“ – Mark Twain, The Last Words Of Great Men, in: The Curious Republic of Gondour and Other Whimsical Sketches, 1869

Was werden meine letzten Worte sein? Werde ich noch in der Lage sein, etwas zu sagen? Wird da überhaupt jemand da sein und mir zuhören? Oder werde ich ein finales Bild malen? Vielleicht noch eine letzte Geschichte aufschreiben. Mag ja sein, dass sogar Beides noch möglich ist. Ich weiß es nicht. Kann ja auch gut sein, dass ich zu guter Letzt gar nicht mehr in der Lage bin, klare Gedanken zu fassen um sinnvolle letzte Worte zu formulieren. Was wird tatsächlich in meinem Kopf vorgehen, wenn ich weiß, es ist bald vorbei;  Mein Leben!

Ich denke, ich sage einfach: „Danke!“
„Jetzt komme ich Euch endlich besuchen, Ihr lieben Menschen, die ich so vermisst habe, hier auf dieser Erde!“

Bis dahin noch ein:

Wonderful Life – Hurts / 2009

(Textquellen: Wikipedia, Schotts Sammelsurium, meine Gedanken)

verfasst am 24.10.2015 ©Bluesanne aktualisiert am 03.03.2019

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