The music in me (15) [Tommy Bolin]

Meine Freude ist jedes Mal sehr groß, wenn ich wieder neue Musiker in meine Reihe „Acoustic Ecstasy“ einordnen kann.
Vor etwa vier Jahren kam ich das erste Mal bewusst in den Genuss dieses beeindruckenden Musikanten. Ich hörte die Stimme, ich hörte die Gitarre und konnte nicht genug von ihm bekommen. Natürlich ging ich auch hier auf eine spannende Recherchenreise.

Thomas Richard „Tommy“ Bolin (* 1. August 1951 in Sioux City, Iowa; † 4. Dezember 1976 in Miami, Florida) war ein US-amerikanischer Rock-Gitarrist. Sein Vater stammte aus Schweden, seine Mutter war syrischer Herkunft.
Tommy wuchs in Sioux City, Iowa auf und lernte mit 13 zuerst Schlagzeug, bevor er zur Gitarre griff. Mit 17 spielte er bereits in der Backing Band von Sänger/Gitarrist Lonnie Mack.
1969 gründete Tommy seine erste eigne Band (Zephyr). Er spielte zwei Alben ein: Zephyr (erreichte die Top 50 der US Charts) und
Going Back to Colorado.

Tommy lernte 1970 bei Albert King den Blues kennen und ging naCch New York, wo er 1973 bei Billy Cobham einstieg und das Jazz Rock-Klassiker-Album Spektrum aufnahm (u.a. mit Studiogitarrist John Tropea und Lee Sklar am Bass). Ich bin stolze Besitzerin dieses Albums!

Billy Cobham – Spectrum 1973

Joe Walsh holte ihn zu seiner Formation James Gang, mit der er die zwei Alben Bang (1973) und Miami (1974) aufnahm.
1975 stieg Tommy bei Alphonse Mouzon ein und spielte auf dem Fusion-Album Mind Transplant mit.
Als bei Deep Purple , Ritchie Blackmore ausstieg, entschied sich die Band für Tommy. Das Album Come Taste The Band (1975) dokumentiert den funky Einfluss von Tommy Bolin. Das Live-Album Last Concert in Japan wurde 1977 nach Tommys Tod veröffentlicht, ebenso sind unter Deep Purple die Alben TheAnthology (1985) und King Bisquit Flower Hour (1986) erschienen.
1975 gründete Tommy wieder eine eigene Band; Teaser, mit der er zwei Alben einspielte (Teaser [1975] und Private Eyes [1976]. Diese beiden Werke waren auch meine persönliche musikalische Einstiegsdroge zu Tommy.

Auf dem vielgelobten, stilübergreifenden Teaser-Album spielte Tommy u.a. funkig-jazzige Nummern wie
„Savannah Woman“
Funk Rock –Grooves wie in
„Teaser“
und Blues Rock-orientierte Songs wie „The Griend“) (es gastierten u.a. Phil Collins als Perkussionist, David Sanborn (Saxophon), Jan Hammer (Keyboard – bekannt für den Soundtrack von „Miami Vice“), Jeff Porcaro (Drummer), Tommy spielte auch Keyboard-Parts.
Typisch Tommy Bolin: Sein Lead Break-Markenzeichen waren Triolen-Licks (u.a. in Sequenzen und Skalenorientiert.) Funk-Rhythmik-Elemente, Jazz Rockorientiertes Solospiel mit bluesiger Coloratur und Jimi Hendrix-Einflüsse vereinte Tommy zu seinem unverkennbaren Stil. Tommy spielte gelegentlich auch Slide, hauptsächlich in der Normalstimmung (vgl. „The Griend“/Teaser). Ich mag einfach sein charmantes Lächeln und die traumhaften Augen.

Tommy spielte auf einer 63er Fender Stratocaster und Gibson Les Paul – Gitarre.
Leider verstarb er viel zu früh an einer Überdosis Drogen.
Er hat ein wahrlich beeindruckendes musikalisches Erbe, trotz seines kurzen Schaffens hinterlassen. Obendrein war ein sehr fescher Kerl, dieser Tommy.
(Textquelle tlw. aus dem Rockgitarristen-Lexikon v. Michael Morenga/1998)
Mein favorite-Song – „Hello again“ (Private Eyes 1976) ♥

verfasst am 24.02.2015 aktualisiert am 01.08.2020 ©Bluesanne

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