The music in me (22) [Klaus Nomi]

No Comments

Sicherlich einer der buntesten Figuren Anfang der 80er Jahre ist für mich Klaus Nomi.
Auch wenn er optisch vorwiegend eher bleich geschminkt mit schwarzem Herzmund auftrat, strahlte er etwas besonders vielfarbiges Buntes aus.

Eine wilde Melange aus Operntheatralik, Rockmusik und New Wave Songs. Ich denke, nicht ganz ohne Überlegung hat er die weiße Maske für sein hageres Gesicht gewählt. Angelehnt an das traditionelle japanische Kabuki (Gesang und Tanz) – Theater, welches sich aus Gesang, Pantomime und Tanz zusammen setzt.

Seine Bühnenauftritte stets beseelt und voller Emotionen. 

 

Nachdem er in Deutschland vergeblich den Einstieg zur Klassik versucht hatte, haute er kurzerhand nach New York ab. Mit knapp dreißig Jahren finanzierte er sich sein Leben vorwiegend durch seinen erlernten Beruf als Konditor, aber auch als Tellerwäscher und Botenjunge war er tätig. Dort nahm der ursprüngliche Tenor Gesangsunterricht bei Ira Siff. Nomi ließ seine Stimme zum Kontertenor / Countertenor ausbilden.
In diversen Clubs der Underground-Szene in East-Village machte er seine ersten Bühnenerfahrungen unter dem von ihm gewählten Künstlernamen: Nomi – welches ein Anagramm aus dem lateinischen „omni“ (alles in einem) bedeutet.

Auf seine auffällige Omnipräsenz auf den dunklen Kellerbühnen, wurde 1978 David Bowie aufmerksam. Er engagierte ihn gemeinsam mit Joey Arias für einen Auftritt bei der NBC-Show Saturday Night Live. Dies war sein Durchbruch in der Popwelt. 

Als singender Konditor wurde er in unterschiedlichen Fernsehshows herum gereicht. Die Bandbreite seiner Songs reichte von I feel love (Donna Summer) bis zu Robert Schuhmanns „Nussbaum“ – seine einzige deutschsprachige Aufnahme.

Klaus Nomi 1981 LP

Für mich persönlich allumfassend und prägend für den unverkennbaren Stil seines kurzen aber intensiven Schaffens ist das 1981 erschienene Album.

 

Von den selbstgeschriebenen Songs „Keys of Life“ (1979) + Total eclipse (1979) + Wasting my time (1981) über Hank Ballards Coverversion von „The Twist“ (1979) weiter zu „Cold Song“ – seine Interpretation der Arie Oh What Power Art Thou (Cold Song) aus der Oper King Arthur von Henry Purcell bis zum Grande Finale der Arie von Samson and Delilah (Camille Saint-Saëns) [1979]

Um Klaus Nomi ein wenig zu begreifen ist wohl sein Nomi Song (1981) der für sein Wesen am ehesten nahe kommt. Darin macht er aus seinem Künstlernahmen ein Wortspiel: „Will they know me now?“ (Werden sie mich jetzt kennen?)

Ein bemerkenswerter geheimnisvoller Künstler, der ebenso meine musikalische Seele berührt, wie viele andere auch. Zu der jeweiligen Emotion und Stimmung passend, ein Hochgenuss an außergewöhnlichen expressiven gefühlsbetonten Klängen. Leider konnte er seinen Traum nicht lange leben. Klaus Nomi (bürgerlich Klaus Sperber) verstarb am 6. August 1983 in New York im Alter von lediglich 39 Jahren an Aids. Seine Asche wurde über dem „BigApple“ verstreut.
Ein schwarz-weißer Meister der kolorierten Töne und der enormen Bandbreite der Musik.

Klaus Nomi bei Thomas Gottschalk („Na Sowas“ – 1982) – Musik und Interview:

Coverversion: Total Eclipse (2001) Rosenstolz + Marc Almond

Wien, 06.02.2019

Gestern dröhnte noch  Rock, Metal und Gitarrensound aus meinen Boxen. Und jetzt schwebe ich auf den hohen Tönen des Klaus Nomi. Bunt. Wenn ich bedenke, dass ich die LP 1981 gekauft habe, muss es wohl schon immer so gewesen sein, dass ich akustisch so farbenfroh unterwegs war. 

Bereits auf den selbst aufgenommenen Musikkassetten finden sich unterschiedlichste Songs. Scheinbar ist das tief verwurzelt in mir. Ein musikalischer Regenbogen der da in mir leuchtet. Mag sein, dass die Basis dafür schon im Kindesalter geschaffen wurde. Ich durfte mithilfe des Abonnement „Theater der Jugend“ viele unterschiedliche kulturelle Veranstaltungen besuchen. 

Meine Oma hörte stets Radio. Und da lief am Nachmittag immer das Wunschkonzert. Wo  vom Schlager bis zur Oper alles zu hören war. Ich erinnere mich gerne an diese Nachmittage mit Malzkaffee und Schmalzbrot. Es waren  in der Rückschau betrachtet, sehr meditative Momente. Einfach vor dem Radio sitzen und Musik hören. Ein wenig mit der Oma plaudern und die gemeinsame friedvolle Zeit genießen. Sie hörte sich ebenso sämtliche Genres der Musik an und hatte jeweils ihre ganz eigene Meinung dazu. Oft kam es vor, dass sie lieber die rockigen Songs bevorzugte, als jene, die vielleicht andere gleichaltrige Menschen hörten. Das hat mich schon damals überrascht. Heute denke ich, es liegt wohl in unserer beiden Genen. Schön, dass Du mir das geschenkt hast! 

verfasst am 06.04.2015♥©Bluesanne aktualisiert am 06.02.2019

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code