Sehnsucht nach dem Meer

 

 

 

 

 

 

Wien, 27.11.2020

Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.
Johann Wolfgang von Goethe

Reisen, irgendwo hin aufbrechen. Weg aus dem gewohnten Umfeld. Die Neugierde stillen, im Anderswo. Fremdes ansehen und die Neuentdeckungen als Souvenir mitnehmen. Viel mehr als angenehme Gedanken an vergangene Tage samt unzähliger Fotos. Wie lange bleibt das Urlaubsfeeling konserviert, bis man einem der nächste Gusto ereilt?

 

In diesem Jahr wurde vielen Menschen ein dicker Strich durch deren Reisepläne gemacht. Plötzlich heben keine Flugzeuge mehr ab, die Züge verweisen in den Bahnhöfen und Schiffe liegen im Hafen vor Anker. Mit einem Mal sind die Orte der Sehnsüchte unerreichbar. Verzweifelt suchen Menschen mögliche Orte, wo sie sich ihre Gelüste ähnlich stillen können, wie in den vergangenen Jahren noch tausende Kilometer entfernt.

Ist ein richtiger Urlaub erst dann ein Urlaub, wenn man eine gewisse Strecke hinter sich gebracht hat? Beinahe alle Menschen hatten die Möglichkeit alle Ecken (die Erde ist doch rund?!) der Welt zu entdecken. Bis in die letzten Winkel in alle Himmelsrichtungen konnte man schauen, wenn das Budget vorhanden war, oder darauf gespart hat. Vielleicht fragt man sich aber auch, will ich Urlauber, Tourist, Reisender, Genießer oder Abenteurer sein?

Keine Ahnung, ob ich ebenso alle Kontinente bereist hätte, falls ich finanziell dazu in der Lage gewesen wäre. Es könnte auch gut sein, dass ich wesentlich länger an den wenigen Orten, die ich bereist habe, geblieben wäre. Um noch mehr zu entdecken um meine Neugierde zu stillen. Sowie 2006 auf Madeira und 2015 auf Zypern. Eines hat sich eindeutig herauskristallisiert: Ich liebe das Meer!


 

Madeira – 22.08. – 29.08.2006

Mittlerweile ist es 9 (14) lange Jahre her, dass ich zuletzt auf Urlaub war.
Mein Wunsch, die Zehen ins Meerwasser zu hängen war riesengroß. Zu dieser Zeit hatte ich noch meinen Job in dem ich mich sehr wohl fühlte. Mein Sohn studierte fleißig und ging nebenbei arbeiten. Bis auf eine eher unglückliche Liebesgeschichte ging es mir ganz gut.

Erst im Juli hatte ich endlich mein Traumziel gefunden. Spontan buchte ich meine Reise. Sobald ich die Bestätigung in Händen hielt, war ich nicht mehr zu halten. Ab diesen Zeitpunkt drehte sich alles nur noch um die bevorstehende Reise. Obwohl ich noch knapp ein Monat Zeit hatte, legte ich schon die unterschiedlichsten Kleidungstücke zum Einpacken bereit.

Ich besorgte mir einen neuen Bikini, schöne große Badetücher und einen Reiseführer. Diese kleinen informativen Büchlein, in denen die wichtigsten Informationen für den geneigten Urlauber stehen. Täglich blätterte ich mich durch die Seiten. Das Reisefieber hatte mich voll im Griff. Immerhin war ich noch nie alleine so weit von zu Hause weg gewesen. Der letzte Urlaub, kurz vor meiner Trennung (1996) von meinem Mann war ein Desaster und mir nicht wirklich in guter Erinnerung. Dies sollte für mich endlich ein erholsamer und angenehmer Urlaub werden.

Zwei Tage bevor es tatsächlich los ging, stapelte sich auf meinem Bett schon das Reisegepäck. Fein säuberlich hatte ich die unterschiedlichen Kleidungsstücke zusammengelegt. Bügelte noch das eine oder andere Stück, das unbedingt mit musste. Als ich dann den Berg an Hosen, T-Shirts, Kleider, Schuhen, Unterwäsche und anderen Utensilien neben den Koffer liegen sah, bekam ich Zweifel. Nie im Leben, passt das Alles in den viel zu kleine Köfferchen. Einen Zweiten hatte ich nicht zur Verfügung.

Akribisch hatte ich meinen geplanten Trip vorbereitet und jetzt das. Verdammt. Wie so oft, war meine Allerliebste meine letzte Rettung. Sie brachte mir einen Koffer in einer Dimension mit, die ich nie zuvor gesehen hatte. Wunderbar, da sollte wohl alles reinpassen. Das tat es auch. Ich war zufrieden. Noch kurz die Kosmetikkoffer überprüft, die Reisepapiere in die Handtasche gesteckt, Batterien für den Walkman, Fotoapparat und und und. Ich arbeitete meine Checkliste ab.

Am Abend vor der Abreise betrachtete ich stolz mein Reisegepäck und fieberte den nächsten Tag entgegen. Nahm abermals den Reiseführer zur Hand und träumte mich in die Ferne. Mein Sohn kam noch kurz auf ein Gespräch zu mir ins Wohnzimmer. Er war wohl ebenso nervös wie ich, zeigte dies jedoch nicht so. Als er mein Gepäck sah, fragte er mich, ob ich weiß, wie schwer der Koffer sei. Das wusste ich nicht. Ja, er war schon verdammt schwer, aber er hatte ja Räder und einen Tragegriff. So konnte ich ihn ganz bequem transportieren.

Die Überraschung war groß, als ich das Gewicht auf der Waage sah. Viel zu schwer. Hektisch räumte ich einige der Kleidungstücke wieder aus. Immer wieder stellte ich das Gepäck auf die Waage. Es wurde nicht wirklich leichter. Egal, dann musste ich wohl das Übergepäck bezahlen.

Dienstag, 22.08.2006

Früh morgens stehe ich auf und werfe einen Blick aus dem Fenster. Es ist grau und es regnet. Was bin ich dankbar, dass ich bald im Flieger sitze. Genoss noch ein kleines Frühstück, verabschiedete mich noch kurz von meinem Sohn und ab ging es. Das Taxi wartete schon.
Mein damals verfasster Eintrag im Tagebuch:

Es ist kurz vor 12 Uhr. Noch eine letzte Möglichkeit vor dem Abflug zu Rauchen. Der Flieger hat ca. 45 Minuten Verspätung. Eigentlich ist das Fliegen sehr bequem geworden. Gleich beim Eingang kann man seinen Koffer abgeben und dann gibt es jede Menge Einkaufsmöglichkeiten. Ideal finde ich hier das Kaffeehaus ganz in der Nähe beim Boarding. Wirklich komfortabel. Jetzt wo ich hier sitze hat sich die Aufregung etwas gelegt. Spannend und voller positiver Erwartung würde ich den derzeitigen Gemütszustand beschreiben. Beim ersten Anblick von einigen Flugzeugen, kam schon große Freude auf. Einfach geil.

Was viele andere Menschen vielleicht als Alltag erleben, erlebe ich als kleines Abenteuer. Nach zehn Jahren wieder ans Meer kommen und nach 9 Jahren (1997 Paris) wieder in ein Flugzeug steigen. Ist schon sehr aufregend. Absolut unglaublich; ich fliege, es ist herrlich. Der Himmel strahlt. Die Wolken sind unter mir. Als ich jetzt bei der Stewardess nachfragte, wo wir den eigentlich sind, konnte ich es kaum glauben. Wir fliegen gerade über Toulouse (F). Es scheint sich der Spruch „Die Zeit vergeht wie im Flug“ zu bewahrheiten. In 11000 Meter Höhe zu speisen, durch eine Luke hinab zu sehen auf die Erde, ist ein eigenes ganz besonderes Gefühl. Wenn ich jetzt raus blicke, erkenne ich Berge. Am Beginn des Fluges sahen die Wolken wie geschlagenes Eiweiß aus. Häuften sich in verschiedensten Formen. Seltsam anmutend für mich der scheinbare Eindruck, als würde das Flugzeug sich kaum bewegen.

Die Landung auf der Insel im Atlantischen Ozean ist hingegen spektakulär. Das Flugzeug darf nur von Piloten mit Spezialeinweisung angeflogen werden. Der Anflug aus südwestlicher Richtung erfordert immer noch höchste Konzentration von den Piloten, da man kurz vor dem Aufsetzen bedrohlich nahe an die bebauten Hänge gerät und häufig Scherwinde auftreten. Außerdem fehlt ein Instrumentenlandesystem.

Als ich in Wien in das Flugzeug stieg, regnete es in Strömen und es war verdammt kalt. Meine Kleidung war dementsprechend auch sehr umfangreich. Schon auf den ersten Stufen aus dem Flieger, kam ich ins Schwitzen. Mir schlug ein angenehmer heißer Wind entgegen. Ich stand auf der Terrasse des Flughafens und sah das Meer.

War ich tatsächlich hier? Ich konnte es nicht fassen. Obwohl es verdammt heiß war, hatte ich Gänsehaut an meinen Armen. Das leichte Rauschen des Atlantiks, der strahlend blaue Himmel und der unendliche Blick auf das Meer brachten mich zum Weinen. Ich war so gerührt. Ich stieg mit nassen Augen in den Bus. Gebannt starrte ich aus dem Fenster und ließ keinen Moment das dunkle, wellige Wasser aus den Augen.

Die Fahrt ging entlang einer steilen Küstenstraße. Mein Herz schlug wie verrückt. Noch immer ganz gerührt bezog ich mein Zimmer in einem kleinen Hotel. Der Raum war passabel. Von meinem kleinen Balkon konnte ich ein wenig zum Meer sehen. Ich stellte mein Gepäck ab, riss mir die fast winterliche Kleidung vom Leib und ließ mich rücklings auf mein Hotelbett fallen. Es war so ein besonderer Moment. Alleine, nach so langer Zeit wieder in der sonnigen Ferne zu sein. Obwohl der Flug doch einige Stunden gedauert hatte und ich schon seit 6 Uhr früh auf war, ging ich am ersten Abend dennoch an die Hotelbar. Sehr gemütlich und der Kaffee ein Traum.

Die erste Nacht schlief ich ein wenig unruhig, ich war so aufgedreht und konnte mein Glück noch immer nicht fassen.
Das Frühstück am nächsten Morgen nahm ich auf der von den Gästen des Hotels sehr begehrten Terrasse ein. Rundum ein Traum aus riesigen Pflanzen, die bei uns nur in Blumentöpfen wuchsen. Gummibäume, Palmen und dutzende Blumen strahlten in ihrer schönsten Pracht.

Vor dem Hotel gab es eine Bushaltestelle. Auf der Insel waren unterschiedliche Linienbuse unterwegs. Mit diesen konnte man jeden Teil bequem erreichen. Am ersten Tag fuhr ich gleich in die Hauptstadt Funchal. Eine übersichtliche mit kleinen Häusern bestückte Hafenstadt. Ich schlenderte durch die Gassen und genoss die herrliche Luft samt dem Geruch des Meeres. Überall gab es kleine Kaffees und einladende Lokale.

Doch bevor ich noch einen dieser fantastischen Espresso zu mir nahm, musste ich jetzt unbedingt direkt ans Wasser. Beim Hafen gab es einen schmalen Strand. Auf dem grob sandigen schwarzen Streifen tobten einige Kinder herum. Ich zog meine Schuhe aus und rannte los. Magnetisch angezogen von den schäumenden Wellen die ans Ufer schlugen. Einige Möwen balancierten auf dem bewegten Wasser. Sie schaukelten wie kleine Badeenten hin und her. Wenige Schritte noch. Der warme Wind und die frische Luft des atlantischen Ozeans beflügelten mich.

Endlich angelangt. Ich grub meine nackten Füße in den, durch das Vulkangestein dunkelfarbigen Sand und tauchte sie in das salzige Wasser ein. Fasziniert beobachte ich die schaumigen Wellen. Sie sprudelten über meine Zehen bis zu meinen Knöcheln. Ich lehnte mich zurück, bohrte meine Ellenbogen in den Sand. Schloss entspannt die Augen und genoss diesen Augenblick. Einer dieser Momente in meinem Leben, wo ich so etwas wie ein absolutes Glücksgefühl in mir spürte. Eine warme Woge durchdrang meinen gesamten Körper und berührte intensiv mein Herz. Wiederum musste ich weinen. Aber es waren befreiende Glückstränen.

Jeden Morgen genoss ich das Frühstück mit anderen Hotelgästen. Vorwiegend saßen Pärchen oder Familien an den Tischen. Manchmal war mir beim Anblick ein wenig wehmütig ums Herz. Doch Madeira ist so wunderbar, da hatte ich keine Zeit für Traurigkeit. Täglich fuhr ich mit dem Bus an einen anderen bezauberten Ort. Dazwischen schob ich Faulenzertage am Hotelpool ein. Eine kleine Bar bot hervorragenden Kaffee, Eis und kalte Getränke an. Ich platzierte mich meist unter den üppigen Palmen.

Das Wetter war all die Tage einfach perfekt. Selten sah ich ein Wölkchen auf dem strahlend blauen Himmel. Fast schon kitschig, wenn ich mir die Fotos heute so ansehe.
Abends saß ich meist an der Bar, surfte ein wenig im Internet an einem Computer in der Hotelhalle. Meist sah ich nach dem Wetterbericht in Wien. Es war nach wie vor grauenhaft kalt für einen Sommer. Aber ich saß ja noch hier, hier an diesen wunderbaren Ort.
Die täglichen Fahrten mit dem Bus wurden zur Routine. Das mulmige Gefühl, die steilen Klippen hinunter zu stürzen verlor sich. Ich genoss sogar manchmal den Blick in die Tiefe. Die faszinierendste Aussicht war jedoch allemal der auf das weite Meer. Oft konnte man die Krümmung der Erde erkennen. Dort drüben liegt Afrika, dachte ich mir. Eine unglaubliche Vorstellung.

Am zweiten Tag entdeckte ich in der Straße des Hotels ein kleines Geschäft vor allem mit Souvenirs. Ich trat ein. Ursprünglich hatte ich nicht geplant etwas zu kaufen. Doch da sah ich diesen Rucksack. Aus grobem Stoff geschneidert. In wunderbaren rot gehalten. Blaue, gelbe, grüne und einige weiße Streifen durchbrachen das Rot. Er gefiel mir sofort, vor allem, weil er all die Farben meines Bluesanne Logos hatte. Also erstand ich diesen bunten Beutel. Ich besitze ihn noch heute, einige Male musste ich schon ein paar kleine Ausbesserungsarbeiten vornehmen, aber im Grunde genommen hält er sich sehr tapfer. Durch diese Reise damals, hat er eine ganz besondere Bedeutung in meinem Leben gefunden.

Die Abende an der Bar waren abwechslungsreich aber doch ein wenig melancholisch angehaucht. Wenn es Musik und Tanz gab, schaute ich neidisch den Pärchen zu. Sie sahen alle so fröhlich in ihrer Zweisamkeit aus. Gut, dass ich nicht zum Alkoholismus neige, sonst wäre ich an diesen Abend zur Säuferin geworden. Einige Male war es dann doch auch für mich sehr unterhaltsam. Ein Karaokewettbewerb und eine Folkloristiche Tanzvorführung brachten mich ein wenig in Laune. Die einheimischen Paare drehten flotte Runden zu Musik aus Madeira. Und da war wieder dieser rote Stoff mit den Streifen. Die Damen waren mit Dirndel ähnlichen Kleidern bestückt. Es war genau dieses Material. Sehr schick sahen sie aus in ihrem traditionellen Gewand.

Gegen Ende der Woche hatte ich einen Ausflug in die Berge geplant. Mit einer übersichtlichen Gruppe fuhren wir mit einem urigen Jeep zu einer Wanderung. Entlang der Levadas, künstliche Wasserstraßen der portugiesischen Insel. Das war wohl eine der größten Herausforderungen in meinen Leben. Die sehr schmalen Wege knapp an den steilen üppig bewachsenen Abhängen. Meine Höhenangst war gefordert. Zu meinem Glück hatten wir drei ausgesprochen professionelle Bergführer durch die Natur.

Der Tipp einfach nach vorne zu sehen und einen Schritt vor den anderen zu setzen, half ungemein meine Befürchtungen zu überwinden. Nie in die Tiefe sehen. Die Wanderung wurde zu einem wunderbaren Erlebnis. Der Reichtum an Blumen, Bäumen und anderen Pflanzen bezauberte mit ihrer bunten Vielfalt. Aus allen Ecken kroch mir ein anderer betörender Duft in die Nase. Ab und zu machten wir eine kleine Pause. Der Ausblick hinunter auf die Hänge mit Bananenhainen und anderen Obst war traumhaft schön. Zwischendurch konnte ich immer wieder einen kurzen Blick auf mein dunkles blaues Meer werfen. Völlig in die Natur eingetaucht, hatte ich kaum etwas von dem mitbekommen, was uns der Bergführer in deutscher Sprache erzählt hatte.

Erst als wir in einem kleinen Bergdorf mit Marktplatz angekommen waren, fiel mir der Dialekt auf. Der junge Mann sprach mich an und fragte woher ich denn komme. Eine witzige Sache, der reizende Kerl war tatsächlich aus Tirol. Es war das erste Mal in dieser Woche, dass ich mich einem Menschen etwas länger plauderte. Und es war ein gutes Gespräch, das mit einem vereinbarten Date endete.

Sooft ich konnte, fuhr ich nach Funchal. Diese Stadt hat es mir angetan. Auch wenn sie nicht allzu groß war, ich entdeckte immer wieder neue herrliche Plätze. Kaufte selbstverständlich Madeirawein und Rum aus der Region ein. Aß den delikaten Espada (schwarzer Degenfisch), gönnte mir etliche unvergleichliche Espressi und blickte jedes Mal verzückt und sehnsüchtig auf das Meer.

Am Tag der Abreise lag ich die letzten Stunden auf dem Liegestuhl beim Pool. Genussvoll ließ ich mir die warmen Sonnenstrahlen auf den Bauch scheinen. Viel zu schnell war diese Woche vergangen. Sieben Tage im Paradies. Voll bepackt mit zusätzlichem Gepäck, jeder Menge neu gewonnener Energie und Dutzenden faszinierenden Momenten stieg ich in den Bus zum Flughafen. Meine braungebrannte Nase klebte wieder an der Scheibe. Ich verfolgte mit meinen, abermals mit Tränen gefüllten Augen das Meer. Ich begann die weißen Gupfen der Wellen zu zählen. Mittlerweile liebte ich den Blick hinab in die Tiefe der steilen Küste. Das Gefühl der Angst, wie zu Beginn der Reise war weg.

Aber auch ich musste nun weg. Mit einem Mal schoss mir durch den Kopf, dass ja Dienstag war. Heute Abend hatte ich doch was geplant. Oh! Verdammt. Mein Date mit dem Tiroler Bergfex. Na super, der wird sich was Schönes Denken über mich. Wiener Touristin, halt.
Ein allerletzter wehmütiger Blick aufs Meer durch die Scheibe am Flughafen. Rein in den Flieger und ab nach Hause.

Ankunft Wien, am Di. 29.08.2006 um 22.35 Uhr.

Das Wetter genauso kalt und regnerisch wie beim Abflug. Im Taxi dachte ich an das verpasste Date. In der Annahme erst einen Tag später zurück zu fliegen, habe ich mich einfach vertan. Der Urlaub ließ mich die Wochentage verwechseln.
Diese Reise, ganz alleine, ließ mich vieles vergessen und hat sich bis heute als einzigartiges Erlebnis in meinem Herzen fest gemacht.
Vor ein paar Wochen brachte mir mein Sohn einen Reisekatalog von Madeira mit. Sofort hat mich die Sehnsucht nach meiner paradiesischen Trauminsel und dem Meer gepackt.
Der Tiroler wird nicht mehr warten, aber das Meer. Ich werde wohl sobald nicht dorthin zurückkehren können. Zwar habe ich ein wenig Geld zu Seite legen können, aber das reicht noch lange nicht.
Doch irgendwann werde ich meine Zehen wieder in die Wellen halten können.

Hier eine kleine Bilderreise in mein Paradies:

verfasst am 27.02.2015 aktualisiert am 27.11.2020 ©Bluesanne

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