Seifenblase

Ein zauberhaftes filigranes meist rundes Kügelchen in vielen Farben schillernd. Hauchdünn schwebt es durch die Luft. Doch sobald es mit einem festen Gegenstand kollidiert, zerplatzt es.

 

Schon vor etwa 5000 Jahren, als die Seife von den Sumerern erfunden wurde, flogen diese dünnhäutigen kurzlebigen Ballone durch die Luft. Wahrscheinlich waren auch damals die Menschen für einen kurzen Augenblick davon fasziniert.
Vermutlich hatte jeder von uns als Kind eine dieser, meist in blau gehaltenen, schmalen Dosen. Gespannt dreht man den Verschluss auf. Daran ist ein Stiel mit einem gelben Plastikring befestigt. Fest taucht man diesen in die Dose ein. Ein dünner Film umschließt das Loch des Ringes. Vorsichtig führen wir den Ring zu unserem Mund und blasen in die Seifenflüssigkeit. Langsam formt sich eine noch offene Halbkugel, die sich beim Abheben in eine geschlossene Kugel verwandelt. Wenn man behutsam mit wenig Luft drauf bläst bilden sich meist große glänzende Kugeln. Oder man dreht sich mit dem Ring um die eigene Achse und viele kleine Bläschen tanzen fröhlich um Dich rum.

Besonders viel Freude macht dies natürlich in einer Gruppe mit vielen anderen Kindern. Sofort kann man seine Blasenkunstwerke gegenseitig bewundern. Oder ein kleiner Wettstreit, wer die größten oder meisten Seifenblasen produzieren kann macht ebenso viel Spaß. Doppelblasen bringen extra Punkte. Möglicherweise jagen wir auch den farbigen Seifenblasen nach, finden es einfach lustig diese zu zerplatzen. Die Lebensdauer ist ohnehin eine sehr kurze. Aber kurzerhand kann man schnell neue erschaffen.

Leider ist die Dose nach so viel Experimentierfreude bald leer. Doch es kann leicht Neue produziert werden.
Ich habe als Kind meist ein Drittel Spülmittel mit zwei Drittel Wasser vermischt und das klappte auch wunderbar. Im www finden sich noch andere interessante Mischungen für selbstgemachtes Seifenblasenwasser. Das werde ich sicher ausprobieren.
Die Seifenblase ist ebenso eine Metapher für etwas, das zwar anziehend, aber dennoch inhalts- und gehaltlos scheint. Dies spiegelt sich zum Beispiel in der Redewendung „Der Traum zerplatzte wie eine Seifenblase“ oder im Synonym, Seifenblasenwirtschaft‘ für Bubble Economy.

Die Seifenblase steht jedoch auch für die Vergänglichkeit in unterschiedlichen Bereichen im Leben. Träume, die innerhalb von kürzester Zeit wie eine Seifenblase zerspringen. Verpufft in winzig kleinste Wassertropfen. Das Leben, welches von einem Tag auf den anderen völlig verändert aussehen kann. Weil man z.B. krank wird, einen Unfall hat, ein Mensch stirbt oder andere einschneidende Erlebnisse können das Dasein plötzlich nachhaltig verändern. Das aufgebaute Luftschloss wird zum Vakuum.
Das Leben selbst ist eine empfindsame Seifenblase. Regenbogenfarben kommt es auf Dich zu. Bewundernswert, strahlend und faszinierend. Die Zutaten dafür sind nicht viele und dennoch vielfältig, jedoch das Ende ist gewiss. Gleich ob wir ein kleines buntes Bläschen sind oder eine große prallgefüllte Blase, am Schluss bleibt bestenfalls die Erinnerung an das kurze farbige Leben.

 

Janis	14.11.2001	29,7 x 21 cm	Buntstift auf Papier

Ohne Luft keine Seifenblase.
Solange ich atme, werde ich neue bunte schillernde Blasen produzieren. Ein Zauber von kurzen aber ergreifenden Momenten. Verträumt den zarten Kugeln zusehen, wie sie durch die Luft schwingen. Stolz glitzern sie im Licht und genießen den kurzen Augenblick der Bewunderung. Ein wahres Glücksgefühl, wenn die eine oder andere Blase zufällig auf meiner Haut landet und kurz Halt macht. Sanft nimmt sie schwebend Platz und ich bewundere die bunte Pracht. Reizende runde Regenbogen mit besonders empfindlicher Haut.

 

 

 

Don Ho – Tiny Bubbles (1966)

The Blue Diamonds – I´m forever blowing bubbles (1961)

verfasst am 30.01.2015 aktualisiert am 30.01.2019 ©Bluesanne

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