Ewige Baustellen

Das Bad

Ein erheblicher Anteil meiner hier veröffentlichten Blogs, beschäftigt sich vorwiegend mit der Lebens-VerRückungskrise (meine psychische Erkrankungen und deren Folgen). Natürlich ist das nicht immer erfreulich zu lesen.

Jedoch ist es auch für mich, oft gar nicht so einfach, darüber zu schreiben. Es kostet mich viel Kraft und Energie. In viele Beiträge investiere ich enorm viel Zeit und Arbeit, da ich vieles mithilfe meiner Unterlagen (Geheimnisträger-Tagebuch, Kalender, Fotos usw.) recherchieren muss. Das Gedächtnis leidet mitunter sehr durch diesen psychischen Stress.

Doch der Freudefaktor überwiegt beim Schreiben. Es ist zugleich eine Obsession, ein gutes Training für mein Hirn, erfüllt eine kleine seelische Reinigung und fordert mich. Fordert mich auf, etwas zu tun. Besonders erfreulich ist die Entwicklung dahingehend, dass sich hier auf dieser Plattform (17. Oktober 2014 bis 31. Januar 2016) viele Menschen gefunden haben, die meine Worte auch lesen. Und/aber vor allem auch sich damit auseinander setzen. Speziell dieser Aspekt hat mein Leben extrem bereichert. Dafür bin ich äußerst dankbar.

Mein persönliches Krisenmanagement richtet sich seit Jahren dahingehend aus, mich so gut wie möglich selbst zu versorgen. Sprich mir meine Existenz zu erhalten und vielleicht sogar ein wenig zu verbessern. Es ist nach wie vor für mich beschämend immer wieder auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Weil es so gar nicht meinen Vorstellungen entspricht und weil es sehr entwürdigend ist. Solange ich mir mein Geld selbst verdienen konnte, war es für mich in Ordnung. Auch dann, wenn es nicht ganz zum Leben gereicht hat. Vielleicht denkt ja so mancher, es ist doch bequemer fürs sogenannte „Nichtstun“ Geld zu erhalten.

Mitnichten, zumindest für mich nicht. Ich finde es total Scheiße. Zum Einem, weil ich nicht „Nichts“ tue und zum anderen weil das Geld einfach nicht ausreicht um für Zukunft ein paar erfreuliche Pläne zu schmieden. Natürlich stellte sich mir immer wieder die Frage, womit soll ich mir in Zukunft mein Leben finanzieren? Diese Antwort habe ich mir spätestens seit der Reha (2012) längst beantwortet. Mit dem was ich gerne und gut kann. Nicht nur, weil es mir enorm viel Freude bereitet, sondern weil es meinem Leben einen hohen Mehrwert gibt. Ein Bonus der meinen gesundheitlichen Zustand äußerst förderlich sein kann. Aber ich denke auch, dass meine verborgenen Talente nicht in meiner Baustellenwohung weiter verschlafen sollten. Die sollen ruhig raus, damit ich wieder aus meiner finanziellen Krise raus komme.

Viele Baustellen haben sich im Laufe der Jahre angesammelt. Vor allem das Badezimmer. Dafür habe ich im Jahre 2013 meine „BausStellenBilderAusstellung“ geplant. Zwei davon wurden in meiner Wohnung abgehalten. Die Dritte musste ich aus gesundheitlichen Gründen absagen. Es war rein finanziell gesehen kein so großer Erfolg, aber es war ein Beginn einer Idee. Diese Idee möchte ich weiterhin im Auge behalten. Und vielleicht (ge)fällt sie ja auch anderen kreativen + innovativen Menschen ins Auge. Vor allem Menschen, die mich dabei weiter unterstützen möchten. Ich denke dabei an Mäzene, Kunstförderer, Galeristen, Ausstellungsveranstalter, Badezimmerprofis (Installateure) – Kooperation? + oder Kombination f. ein Kunstprojekt usw.

Der Gedanke dahinter (Rette mein Bad) – Text + Fotos v.Bad
Um endlich wieder gefahrlos zu Duschen.
Ich bringe gerne mein kreativ künstlerisches Engagement mit ein, das ist das was ich für meine Existenzsicherung tun möchte und auch werde. Somit kann ich mir schon in mehrfacher Hinsicht meine Wünsche erfüllen. Und/Aber vor allem stärkt es mein persönliches Selbstwertgefühl dafür auch etwas zu tun und getan zu haben.

Dieses Video + Statement entstand bereits 2011, kurz vor meinem totalen Zusammenbruch – mein verzweifelter Versuch, noch alles irgendwie auf zu fangen:

 Poor Working

Tausche Kunst gegen Badezimmer!

 Wien, 10.02.2019
Seit Beginn der Renovierungsarbeiten meines Badezimmers sind mittlerweile beinahe sieben Jahre vergangen. Ein wenig hat sich die Duschsituation geändert. Es gibt eine neue Badewanne, ein neues Waschbecken, Fliesen an den Wänden und Boden.

Bodenfliese


Waschbecken

Der einarmige Wasserhahn, der zuvor für Waschmuschel und die Wanne diente, wurde gegen zwei einzelne Anschlüsse ausgetauscht. Der Herzkörper wurde neu gestrichen. Sämtliche Arbeiten wurden von Freunden meines Sohnes ausgeführt. Die dafür angefallenen Kosten, hat alle mein Sohn übernommen. 

Nun herrscht seit geraumer Zeit wieder Stillstand in Sachen Restauration. Wie es schlussendlich fertig aussehen sollte, weiß ich schon von Beginn an. Ich habe sogar ein passendes Bild für meinen Nassraum in der Reha angefertigt.

Keine Ahnung, ob das Badezimmer je komplett im neunen Glanz erstrahlen wird. Momentan benutze ich es meist nur bei Tageslicht, da es lediglich provisorische Beleuchtung in Form zwei Klemmlampen gibt.
Aber ich besitze zwei flauschige Teppiche in den passenden Farben, die meine Füße wärmen, wenn ich aus der Dusche steige.
Ich denke, falls diese ewige Baustelle je beendet ist, gebe ich einen Badezimmerparty. Bis dahin, arbeite auch für diesen Traum weiter an meiner künstlerischen Karriere. 

Alternativ fällt mir  hinsichtlich der Verwirklichung und Finanzierung nicht wirklich was ein. Naja, bis auf den Lottogewinn, vielleicht. Was davon ist wohl realistischer? Ich lasse mich überraschen.

verfasst am 11.04.2015 aktualisiert am 10.02.2019 ©Bluesanne

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